Aktuelles

Gemeinsame Forderungen des Jugendamtselternbeirats (JAEB) Düsseldorf und der liga wohlfahrtspflege düsseldorf an die Landesregierung

Eine anregende Kitazeit fördert die Entwicklung des Kindes zu einer eigenständigen Persönlichkeit und den Erwerb seiner sozialen Kompetenz – sie bildet damit die Grundlage für die weitere Bildungsbiographie und für die Teilhabe an einem demokratischen Gemeinwesen. Die vielfältigen Anforderungen, die an Kindertageseinrichtungen formuliert werden, müssen sich in einem Finanzierungssystem wiederfinden, das die dafür erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stellt. Aus unserer Sicht sind vor allem die in den Gruppen tätigen pädagogischen Fachkräfte eine Grundvoraussetzung für eine wertvolle und erfolgreiche Kitaarbeit. Nur mit Kontinuität und Zeit kann eine gute Bindung zwischen Mitarbeiter*innen und Kindern aufgebaut werden. Eine solche positive Beziehung stellt die Grundlage für alle kindlichen Bildungsprozesse dar. Nur wenn pädagogische Fachkräfte ausreichend Zeit für die Kinder und mit den Kindern haben, können sie die kindlichen Bildungs- und Entwicklungsprozesse angemessen unterstützen, anregen und herausfordern. Insofern stellt eine angemessene qualifizierte personelle Ausstattung der Einrichtungen eine essentielle Basis für eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit dar.

 

Daraus ergeben sich die folgenden notwendigen Konsequenzen für ein neues Kita-Gesetz:

  • In die Berechnung der Fachkraftstunden müssen Zeiten für die mittelbare pädagogische Arbeit (z.B. für die Freistellung der Leitung, für das Beobachten und Dokumentieren, für konzeptionelle Arbeit, für das Vor- und Nachbereiten von Projekten, für den fachlichen Austausch im Team und die kollegiale Beratung…) genauso berücksichtigt werden wie Ausfallzeiten (durch Urlaub, Fortbildung, Krankheit…) und für die Begleitung und Ausbildung neuer Kräfte (Berufspraktikant*innen…). Als Orientierung können dazu bspw. die Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung herangezogen werden.
  • Die Personalsituation in den Kitas ist unzureichend. In Düsseldorf sind laut Statistik rund 95 % der Stellen besetzt. Allerdings fehlen zeitweise um die 10 % der pädagogischen Fachkräfte durch Langzeit- und Kurzzeiterkrankungen, Beschäftigungsverbot (z.B. in der Schwangerschaft), sowie Urlaub und Fortbildung. Daraus ergibt sich eine Besetzung von gerade mal 85%. Die übrigen Fachkräfte müssen sich um viele Kinder gleichzeitig sorgen, so dass kaum Zeit für pädagogisches Arbeiten bleibt. Fazit: Dem verbleibenden Personal fehlt die Zeit für die notwendige Zuwendung und wichtige Angebote entfallen, die einen soliden Grundstock für die Zukunft legen sollten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Erforderlich ist eine angemessene Fachkraft: Kind Quote einschließlich einer Vertretungsregelung.
  • Eine Finanzierung, die auf Kindpauschalen beruht und von den tatsächlichen Kosten einer Einrichtung abgekoppelt ist, birgt das Risiko einer nicht-auskömmlichen Förderung. In einem derartigen Pauschalensystem sind insbesondere Träger mit wenigen Einrichtungen und Träger kleiner Einrichtungen strukturell benachteiligt. Ein neues Finanzierungssystem muss entweder die tatsächlich entstehenden Kosten angemessen berücksichtigen oder durch eine hinreichende Sockelfinanzierung sicherstellen, dass alle Träger die Einrichtungen auskömmlich finanzieren können.
  • Dementsprechend muss das Finanzierungssystem nachhaltig so ausgestaltet werden, dass zukünftige Kostenentwicklungen (beim Personal, bei den Sachkosten, bei Mieten und beim Erhaltungsaufwand) die Auskömmlichkeit nicht gefährden.
  • In dem Finanzierungssystem müssen alle Kostenarten hinreichend berücksichtigt werden. Dazu zählen bezüglich der Absicherung der pädagogischen Arbeit u.a. auch Mittel für Fachberatung, für Qualitätsentwicklung, für Fortbildung und Supervision. Neue strukturelle Anforderungen an die Träger (z. B. in den Bereichen Arbeitsschutz oder Datenschutz) müssen ebenfalls bei der Berechnung der Zuschüsse einbezogen werden.
  • Der Aufwand für die Verwaltungsaufgaben der pädagogischen Mitarbeiter*innen muss geprüft und mit angemessenen Personalressourcen (s.o.) hinterlegt werden. Auch der bürokratische Aufwand der Träger muss überschaubar werden.
  • Das klare Bekenntnis zur Inklusion muss mit finanziellen, strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen unterfüttert werden, die Inklusion in der Praxis der Einrichtungen tatsächlich ermöglichen. Es wird Zeit, Inklusion wirklich zu leben und für alle Kinder eine Umgebung zu schaffen, in der sie echte Chancengleichheit erfahren. Dies bedeutet vor allem eine Bezuschussung, die kleinere Gruppen, multiprofessionelle Teams und Räumlichkeiten, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder ausgelegt sind, ermöglicht.

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Unsere Themen und Tätigkeiten im vergangenen Jahr

Vor der Wahl des neuen Jugendamtselternbeirats (JAEB) am 29.10.2018 möchten wir für Euch unsere Themen und Tätigkeiten aus den verschiedenen Bereichen im zurückliegenden Kita-Jahr zusammenfassen.

Ziel war und ist es, Ansprechpartner für Eltern der Düsseldorfer Kita-Kinder zu sein und diese bei Fragen und Problemen zu unterstützen und sie im Rahmen unserer Möglichkeiten zu beraten.

Leider muss der JAEB immer wieder feststellen, dass viele Eltern nicht wissen, was der JAEB ist und worin seine Aufgaben bestehen.

Um dem Ziel der Bekanntheit näher zu kommen, steht das Bekanntmachen des JAEB ganz oben mit auf der Liste und wurde durch verschiedene Aktivitäten flankiert:

  • Interviews mit Rheinischer Post und Libelle
  • Teilnahme am Karnevalsumzug auf dem Düsseldorfer Familienumzug, Floraparkfest und Weltkindertag
  • Leserbrief zu Kita-Gebühren
  • Webseite und Flyer überarbeitet

Aber selbstverständlich ist die Bekanntheit des JAEB kein Selbstzweck. Wir wollen Eltern helfen, wenn es Probleme gibt und haben deshalb auch

  • die Verbesserung der Reinigung in Kitas mit angeregt
  • einen Offenen Brief zu Falschparkern geschrieben, der veröffentlicht wurde und viel Resonanz mit sich gebracht hat
  • die Beratung von Eltern und Elternbeiräten vorgenommen

Wir versuchen, Eltern zu vernetzen, was z. B. in einer Arbeitsgruppe Inklusion geschehen ist.

Um die (wenn auch oftmals in ihrem Meinungsbild nicht homogene) Elternschaft vertreten zu können, erarbeiten wir Positionen und tauschen uns mit Politik und Verwaltung aus. Dies geschieht im Rahmen von

  • der Begleitung von und der Stellungnahme zu der Eltern-Umfrage zu Betreuungszeiten
  • Anregungen zur besseren Elterninformation beim Übergang Kita-Grundschule
  • Positionen zum neuen Kita-Gesetz
  • Teilnahme am Jugendhilfeausschuss und der AG 78
  • Austausch mit Jugendamtsleiter, Trägern, Ratsfraktionen, Landtagsabgeordneten

 

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung bei der JAEB-Wahl und weitere engagierte Eltern, die sich für eine

(noch) bessere Kitalandschaft im JAEB engagieren möchten.

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Wahl des Düsseldorfer Jugendamtselternbeirats

Die neuen Elternvertreter aller Düsseldorfer Kitas wählen im Oktober 2018 einen stadtweiten Elternbeirat. Als Jugendamtselternbeirat (JAEB) setzen wir uns für ein hochwertiges und gerechtes Bildungs- und Betr

euungsangebot in Düsseldorf ein.

Wir sind Ansprechpartner für Eltern, unterstützen Elternbeiräte der über 350 Kitas und fördern somit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Darüber hinaus sind wir mit Düsseldorfer Politikern, dem Jugendamt und den Trägern über aktuelle Kita-Themen im Gespräch.

Wer wählen möchte oder gewählt werden möchte muss von der Kitaleitung für die Veranstaltung angemeldet werden. 

Wir freuen uns, zahlreiche Elternvertreter dort begrüßen zu dürfen. Denn mit fehlenden wohnortnahen Kitaplätzen, unterbesetzten Kitas und voraussichtlich einem neuen Kitagesetz gibt es wichtige Themen, bei denen wir Eltern für unsere Interessen und die unserer Kinder einstehen sollten. 

Datum: 29.10.2018 um 19:00 Uhr
Ort: Entnehmt ihr bitte der Anmeldung, die Ihr von Eurer Kita-Leitung erhaltet
Eine Anmeldung über Eure Kita-Leitung ist erforderlich. 

 

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Leserbrief an die Rheinische Post: Eltern wünschen qualitativ hochwertige Kitas, die als Gesellschaftsaufgabe von allen Steuerzahlern finanziert werden

Die Rheinische Post titelte am 25./26.02.2017 mit „Kommunen gegen Gratis-Kitas“.
http://www.rp-online.de/politik/kommunen-gegen-gratis-kitas-aid-1.6632695
In dem RP-Bericht behauptet ein Sprecher des Städte- und Gemeindebundes NRW: „Die Eltern selbst würden die Kita-Beiträge auch gar nicht infrage stellen“.

Das sieht der Vorstand des JAEB in Düsseldorf anders und hat folgenden Leserbrief verfasst:

Muss die Betreuungsqualität unserer Kinder in der Kita von unseren Beiträgen abhängen? Wir sagen entschieden nein! Seit geraumer Zeit fordern Elternvertreter beitragsfreie Kitaplätze, um Familien zu entlasten. Denn die Lebenshaltungskosten für Familien sind insbesondere in Düsseldorf hoch und werden nicht durch Kindergeld und Steuerentlastungen ausgeglichen – von Verdienstausfällen wegen Kinderbetreuungszeiten (Teilzeitarbeit) und Karrierehemmnissen ganz zu schweigen.
30 Stunden beitragsfrei sind in der Tat zu wenig und gehen an unserer Alltagsrealität vorbei. Fast alle Eltern benötigen mehr Betreuungsstunden und blieben weiterhin auf den übrigen Kosten sitzen.
Dennoch sehen wir Änderungsbedarf bei der Kita-Finanzierung. Ziel sollte sowohl eine NRW-weite faire Entlastung der Familien sein als auch eine finanzielle Ausstattung der Kitas, die den tatsächlichen Anforderungen angepasst wird.
Hierbei muss das Land zu seinem Wort stehen und die Kommunen und Träger ausreichend finanziell ausstatten. So kann auch das finanzielle Ungleichgewicht zwischen den Kommunen und Trägern bei der Kita-Ausstattung ausgeglichen werden.
Diese Finanzierung sehen wir als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sollte aus Steuermitteln finanziert werden – an denen alle Steuerzahler beteiligt werden und nicht nur die Familien. Schließlich zahlen unsere Kinder in Zukunft auch die Rente von allen jetzigen Steuerzahlern.

Marcel Preukschat, Nicole Appel und Marcel Scherrer
Vorstand des Jugendamtselternbeirat der Stadt Düsseldorf