JAEB Düsseldorf

Kita-Beitragsreform: Der aktuelle Stand der Umsetzung

Stand der Umsetzung: Wie es mit den 35-Stunden-Plätzen weitergeht

Der Stadtrat hat die Kita-Beitragsreform am 16. Juli 2026 beschlossen. Für den JAEB standen von Anfang an zwei Punkte im Mittelpunkt, die über den Erfolg der Reform entscheiden: dass 35-Stunden-Plätze tatsächlich verfügbar sind, und dass sich diese 35 Stunden flexibel im Alltag nutzen lassen. Hier ist unser aktueller Stand.

Was politisch zugesagt wurde

Im Verfahren wurde grundsätzlich zugesagt, den Anspruch auf einen 35-Stunden-Platz verbindlich festzuschreiben. Das war eine unserer zentralen Forderungen, denn ohne einen echten Anspruch bleibt die Beitragsfreiheit für 35 Stunden für viele Familien Theorie. Offen ist bislang, ob dieser Anspruch möglicherweise auf feste Kernzeiten eingeschränkt wird. Genau das beobachten wir aktuell sehr genau, denn eine Einschränkung auf starre Kernzeiten würde das zweite zentrale Anliegen, die flexible Verteilung der Stunden, wieder untergraben.

Was uns aus der Praxis gemeldet wird

Wir sammeln systematisch Rückmeldungen von Eltern zur Umsetzung und leiten wiederkehrende Probleme gebündelt an die Verwaltung weiter. Aktuell sehen wir vor allem drei Muster:

  • Starre Zeitfenster statt Flexibilität. Manche Einrichtungen bieten die 35 Stunden nur in einem festen Zeitfenster an, zum Beispiel durchgehend von 7:30 bis 14:30 Uhr, ohne Möglichkeit, die Zeiten an den eigenen Tagesablauf anzupassen.
  • Kein 35-Stunden-Platz verfügbar. Es gibt Einrichtungen, die ausschließlich 45-Stunden-Plätze vergeben. Familien, die eigentlich mit 35 Stunden auskommen würden, haben dort schlicht keine Wahl.
  • Fehlende Verfügbarkeitsgarantie. Bei einzelnen Trägern ist unklar oder nicht zugesichert, dass ein 35-Stunden-Platz bei Bedarf überhaupt angeboten wird.

Alle drei Punkte betreffen genau das, was wir bereits in unserer Stellungnahme vor dem Ratsbeschluss angemahnt haben. Die Reform funktioniert nur, wenn die Zusage auch in der Praxis eingehalten wird.

Bringt die Reform wirklich mehr Stabilität?

Mehr Stabilität und weniger Betreuungsausfälle durch bedarfsgerechtere Buchungen waren eines der zentralen Argumente der Stadt für die Reform. Ob sich das in der Praxis einlöst, ist aus unserer Sicht noch offen. Der JAEB wird das daher als eigenen Beobachtungspunkt im Blick behalten.

Was wir von der Umsetzung erwarten

Für den JAEB sind drei Dinge nicht verhandelbar:

  1. Verfügbarkeit wie zugesagt. Wer einen 35-Stunden-Platz möchte, muss auch einen bekommen, ohne auf einen teureren 45-Stunden-Platz ausweichen zu müssen, nur weil nichts anderes angeboten wird.
  2. Flexibilität wie zugesagt. Die 35 Stunden müssen sich so über die Woche verteilen lassen, dass sie zum echten Alltag von Familien passen, nicht nur zu einem einzigen starren Modell.
  3. Belegte Stabilität statt Versprechen. Die von der Stadt in Aussicht gestellte höhere Verlässlichkeit muss sich in echten Zahlen zeigen, etwa bei Betreuungsausfällen und Notbetreuungsquoten, nicht nur als politisches Argument bleiben.

Was Eltern jetzt tun können

Wenn eure Kita oder Kindertagespflegeperson euch keinen passenden 35-Stunden-Platz anbietet, die Zeiten nicht zu eurem Alltag passen, oder ihr Probleme mit der Verlässlichkeit der Betreuung erlebt, empfehlen wir folgenden Weg:

  1. Sprecht zuerst direkt mit eurer Kita oder Kindertagespflegeperson.
  2. Wendet euch bei ausbleibender Lösung an den i-Punkt Familie.
  3. Meldet den Fall zusätzlich uns, damit wir wiederkehrende Probleme gebündelt an die Verwaltung weitergeben können.

Je mehr konkrete Fälle wir kennen, desto stärker können wir gegenüber Politik und Verwaltung auf eine Lösung drängen.

Euer JAEB Düsseldorf